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Der Mythos “Lace”

Wenn man anfängt sich für Perücken zu interessieren, kommt man mittlerweile um das Thema Lace nicht herum.
Ob Echthaar oder Kunsthaar, es muss immer ein Lace dabei sein, Lacefront, Full-Lace,…

Aber was hat es eigentlich damit auf sich und ist es wirklich notwendig?

Als Erstes klären wir einmal, was ein Lace überhaupt ist: Lace bedeutet eigentlich nichts anderes, als dass die Haare auf ein sehr dünnes Haarnetz geknüpft werden und das einzeln. Gerade im Echthaarbereich meistens mit der Hand.

Das klingt so eigentlich gut, aber ist es das wirklich?

Bei Kunsthaarperücken würde ich grundsätzlich einmal sagen: JA.
Die Lebenserwartung einer Kunsthaarperücke ist ohnehin nicht so lange und da die Kunsthaar, auch die Besten, nun mal ein bisschen “künstlich” aussehen, ist jeder Trick erlaubt, damit die Perücke besser aussieht.

Bei Echthaarperücken ist die Antwort ein wenig komplizierter.
Wir müssen hier einen Unterschied zwischen Full-Lace und Lacefront machen.

Eine Full-Lace Perücke ist eine Perücke, die einfach komplett durchgeknüpft ist und dadurch wie die eigenen Haare aussehen soll. Mein Rat dabei: FINGER WEG! Und das aus folgenden Gründen:

  1. Durch das Durchknüpfen sind unglaublich viele Haare an der Perücke. Sie wird schwer und macht das Tragen zu einem unangenehmen Erlebnis. Das Aussehen wird dadurch aber nicht besser. Denn eine Perücke muss nicht so voll sein, um trotzdem einen vollen Anschein zu machen.
  2. Sie wird sehr schnell kaputt. Denn die Arbeit mit der Hand ist nie so stark wie mit der Maschine. Stellen Sie sich vor Sie gehen zum Schneider und lassen sich Ihre Jeans kürzen und der Schneider macht es mit der Hand statt mit der Nähmaschine. Sie werden schnell sehen, dass die Arbeit sich wieder auftrennt. Denn einige Sachen müssen halt fix sitzen.
    So ist es auch mit der Perücke. Die Haarefallen mehr aus, bei jedem Bürsten und waschen.
    Außerdem ist das Netz, das für das Lace gebraucht wird, wie vorher schon erwähnt, sehr dünn. Daher wird es vom vielen Tragen schlecht und nicht mehr so komfortabel.
  3. Es ist unnötig teuer. Denn Handarbeit kostet nun einmal (berechtigterweise!) viel Geld. Da die Echthaarperücken sowieso teuer sind (auch berechtigterweise, wenn die Qualität stimmt) und die Handarbeit auch noch kostet, muss irgendwo eingespart werden, damit die Perücken noch gekauft werden. Und das wird es auch: nämlich in der Qualität der Haare. Es werden billigere Haare verwendet, um den Preis bezahlbar zu halten.

Lacefronts sind da schon eine  andere Geschichte: da handelt es sich um einen dünnen Streifen von Lace, der am Haaransatz befestigt ist, um diesen natürlicher zu gestalten.
Grundsätzlich ist ein Lacefront eine sehr gute Sache. Dadurch schaut der Ansatz sehr natürlich aus, man hat die Möglichkeit die Haare etwas strenger aus dem Gesicht zu kämmen und braucht keine Stirnfransen im Gesicht.
Einziger Nachteil: Wie schon vorher erwähnt, ist der Stoff des Lace sehr dünn und geht schnell kaputt. Gerade wenn es nahe der Schweißdrüsen in der Stirn liegt, geht das noch schneller.
Der Effekt ist, dass Sie für kurze Zeit die perfekte Perücke haben, dann aber sehr bald nurmehr schöne Haare (vorrausgesetzt die Qualität der Haare stimmt) und ein Lace, den sie nur mehr kaschieren müssen.

Daher mein Tipp: kaufen Sie sich an Lace Band, das ist ein Haarband, das unter der Perücke befestigt wird und nur das Lace herrausschaut. Dadurch können Sie es mit einigen Perücken kombinieren, es sogar als Haarteil benützen und mit Kopftüchern oder Hauben tragen und können es schnell entsorgen, wenn es nicht mehr gut aussieht. Und Ihre Perücken müssen darunter nicht leiden.

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